Expertengespräch im Deutschen Bundestag am 12.03.2020

Von links: Thorsten Leinweber, MdB Alexander Radwan, MdB Michael Brand sowie Andreas Held. Bild: privat

Über die guten Kontakte von Michael Brand (MdB) haben Torsten Leinweber, Regionalsprecher GV-West und der Bundessprecher der Interessengemeinschaft kleiner und mittlerer Genossenschaftsbanken, Andreas Held die Möglichkeit erhalten, beim Berichterstatter des Finanzausschusses des Bundestages, Alexander Radwan (MdB) die Vorteile der vielen, agilen Volks- und Raiffeisenbanken herauszustellen. Intensiv wurde der Nutzen für Mitglieder und Kunden - insbesondere den Mittelstand vor Ort – diskutiert.

Torsten Leinweber und Andreas Held beleuchteten in Ihrer Funktion als Vorstände der Interessengemeinschaft kleiner und mittlerer Genossenschaftsbanken sowie als Bankpraktiker die primär von der europäischen Ebene kommenden, überbordenden regulatorischen Anforderungen. Diese belasten die regionalen Banken stark. Nicht nur der erhöhte personelle Aufwand, sondern auch die erhöhten Eigenkapitalanforderungen sind die Auswirkungen der von den Banken kritisierten europäischen Politik. Die Auswirkungen für den Kunden sind spürbar, zum Beispiel in einem hohen formellen Aufwand. Es ist nicht kundenorientiert, wenn beispielsweise für eine einfache Wohnbaufinanzierung ca. 80 Seiten Formulare notwendig sind. Der Gesetzgeber schießt hier beim Verbraucherschutz deutlich über das Ziel hinaus. Zudem kann man - bei aller Berechtigung nach Schutz der Steuerzahler im Fall der Insolvenz europäischer Banken - nicht nachvollziehen, weshalb ohne vorherige wirtschaftliche und rechtliche Harmonisierung vorschnell eine Einlagensicherung auf europäischer Ebene angestrebt wird. Diese würde dazu führen, dass deutsche Sparer und auch die regionalen Banken indirekt für Banken in anderen europäischen Ländern in die Mithaftung genommen werden.

Die regionalen Banken haben die Aufgabe, die Wirtschaft und den Mittelstand in der Region durch eine risikoorientierte Kreditvergabe zu stärken und zu unterstützen. Diese waren und sind, anders als manche Großbank, ein Anker der Stabilität. Der Mehrwert für die privaten und geschäftlichen Kunden lässt sich daran ablesen, dass insbesondere in schwierigen Zeiten - so im Rahmen der Finanzmarktkrise - der Mittelstand mit Krediten versorgt wurde und betriebliche und berufliche Existenzen damit gesichert wurden. Der persönliche Kontakt und das Vertrauen der Kunden zu ihrer Bank stehen bei einer solcher regionalen Verankerung viel stärker im Vordergrund als dies bei anonymen Großbanken der Fall ist. Derlei Zusammenhänge und mögliche Lösungsansätze für Fragen aus dem Bereich der Genossenschaftsbanken und Forderungen an die Bundespolitik wurden gemeinsam mit Michael Brand und Alexander Radwan, Berichterstatter für solche Fragen im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages, in einem intensiven inhaltlichen Austausch erörtert.

Aktuelle Unsicherheiten, wie der Auswirkung des Corona-Virus und internationaler Handelskonflikte, stellen die deutsche und regionale Wirtschaft mit ihren Unternehmen und Verbrauchern immer wieder vor besonderen Herausforderungen. Und nicht nur in Zeiten wie diesen ist es für private Kunden wie auch den Mittelstand und Handwerk wertvoll und wichtig, verlässliche regionale Partner zu haben. Wir brauchen Kreditinstitute mit starker Präsenz vor Ort, welche private und betriebliche Planungen seriös begleiten, hob Michael Brand hervor. Mit Blick auf die jüngsten Zahlen des statistischen Bundesamtes verwies er - trotz aller Unsicherheiten – auf eine stabile wirtschaftliche Lage. Einmal mehr verzeichnete man einen überraschend hohen Zuwachs an Aufträgen für die Industrie mit 5,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat und damit deutlich über den Erwartungen von lediglich 1,3 Prozent. „Wir sind insgesamt, mit der Kombination aus Mittelstand, Handwerk und regionalen Banken, auch in Krisen deutlich besser gerüstet als viele andere“, stellte Brand fest.

Beste Grüße

Der Vorstand der

Interessengemeinschaft kleiner und mittlerer Genossenschaftsbanken