Nach der Eröffnung der Mitgliederversammlung in Dreieich durch den IG Geschäftsführer Adolf Limmer, gaben die Bundessprecher Hendrik Freund, Markus Urban und Jörg Porsche einen beeindruckenden Rückblick auf das Jahr 2025. Von allen Verbundpartnern unserer genossenschaftlichen Gruppe und allen Verbänden konnte die IG hochrangige Vertreter begrüßen.
Im 2025 konnte die IG ihre Position weiter stärken: Acht neue Mitgliedsbanken traten unserer Interessengemeinschaft bei. Damit vertritt die IG inzwischen 305 Banken (48 % aller Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland) mit einer aggregierten Bilanzsumme von rund 142 Milliarden Euro. Im Mittelpunkt der Arbeit stand die konsequente Interessenvertretung kleiner und mittlerer Institute innerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe sowie gegenüber Aufsicht, Verbänden und Partnern.
Der Vorstand berichtete von einer intensiven Gremien- und Projektarbeit. Neben regelmäßigen Online-Meetings, Klausurtagungen und Managementrunden wurde insbesondere der enge Austausch mit Verbundpartnern, Aufsichtsbehörden und Verbänden weiter ausgebaut. Inhaltliche Schwerpunkte waren unter anderem Preismodelle, Gesamtbanksteuerung, Instant Payments sowie strategische Transformationsprojekte. Gleichzeitig wurde die interne Zusammenarbeit modernisiert, etwa durch die Einführung digitaler Arbeitsumgebungen und den Ausbau von Webinaren und Mitgliederdialogen.
Der Kassenprüfer Martin Lehner aus der Raiffeisenbank Falkenstein-Wörth empfahl den Mitgliedern die Entlastung der Kasse der IG. Einstimmig entlasteten die Mitglieder die Kasse und den gesamten Vorstand der IG. Martin Lehner wurde von den Mitgliedern einstimmig als Kassenprüfer wieder gewählt.
Für das Jahr 2026 definierte die IG fünf zentrale Themenfelder:
Erstens die nachhaltige Effizienz- und Kostensteuerung bei gleichzeitiger Hebung von Ertragspotenzialen. Zweitens die digitale Transformation mit klarem Fokus auf Kundenorientierung und Omnikanalstrategien. Drittens der Umgang mit regulatorischen Anforderungen unter dem Leitgedanken der Proportionalität. Viertens die Fachkräfte- und Führungskräfteentwicklung im Kontext eines notwendigen Kulturwandels. Und fünftens die Stärkung von Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung.
Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der aktiven Einbindung aller Mitgliedsbanken. Die IG betont die Notwendigkeit gemeinsamer Lösungen, fairer Preismodelle sowie einer stärkeren Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen kleinerer Institute. Gleichzeitig wird ein klares Bekenntnis zur genossenschaftlichen Zusammenarbeit eingefordert – verbunden mit der Bereitschaft, neue Wege zu gehen und Innovationen aktiv mitzugestalten.
Ein zentrales Thema der Veranstaltung war zudem die Zukunft des Vertriebs. Vor der Paneldiskussion gaben Michael Hanisch, Chief Technology Officer von Amazon Web Service Deutschland (AWS) und Matthias Böhm, Senior Account Manager, von AWS einen Impulsvortrag über die kundenorientierte Innovationskultur von Amazon und Impulse für die Genossenschaftliche FinanzGruppe.
In der Paneldiskussion wurde die Frage „Stirbt die Filiale?“ aufgegriffen. Hintergrund ist ein deutlicher Rückgang der Bankstellen in den vergangenen Jahren. Während die Zahl der Filialen seit 2015 um rund 42 Prozent gesunken ist, gewinnt die Verzahnung von digitalen und stationären Kanälen zunehmend an Bedeutung.
Stirbt die Bankfiliale? Provokante Frage, provokante Antwort: Ja – ABER nur dann, wenn wir nicht bereit sind, diese zu transformieren.
Zahlen aus den vergangenen Jahren zeigen es genauso deutlich wie Prognosen für die kommenden Jahre: Bankfilialen schließen, das ist Fakt. „Bei den Volks- und Raiffeisenbanken waren es 46 Prozent innerhalb von zehn Jahren.“ So der Moderator Hendrik Freund zu Beginn der Diskussion. Die Gründe dafür sind vielfältig, oft dominieren aber drei Schlagworte: Wirtschaftlichkeit, verändertes Kundenverhalten, Digitalisierung.
Julia Japec (Vorständin der Atruvia), Nicolai Vollmer (Geschäftsführer der TRUUCO), Giovani Gay (Vorstand der Union Investment) und Onno Onnen (Vorstand der Volksbank Düte-Ems) saßen im Panel.
Bankfilialen werden nach wie vor mit Vertrauen und Kompetenz verknüpft. Vor allem dann, wenn es um komplexere Produkte geht. Viele Kunden schätzen die Möglichkeit, vor Ort miteinander zu sprechen und qualitative Beratung zu erfahren. Was machen wir also daraus? Atruvia Vorständin Julia Japec fasste es zusammen: „High Trust trifft auf High Tech.“
Die spannende Frage ist nicht, ob Technologie den Berater ersetzt – sondern viel mehr, wie die Berater Technologie nutzen, um die Beratung bestmöglich zu gestalten. Technologie ersetzt keine Kundenbeziehungen, sondern Technologie verstärkte sie. Mit modernen Self Services und einem nahtlosen Omnikanal-Erlebnis. Der Kunde knüpft vor Ort da an, wo er zuhause aufgehört hat. Die Filiale ist kein Service Point, sondern hochwertiger Kontaktpunkt.
Die IG sieht keinen reinen Rückzug aus der Fläche, sondern einen strukturellen Wandel hin zu differenzierten Vertriebsmodellen.
Die Mitgliederversammlung endete mit einem klaren Ausblick: Die IG wird ihre Rolle als aktive Plattform für Austausch, Interessenvertretung und Mitgestaltung weiter ausbauen. Ziel bleibt es, die Zukunftsfähigkeit kleiner und mittlerer Genossenschaftsbanken nachhaltig zu sichern und ihre Stimme im Verbund wirkungsvoll einzubringen.
Der Netzwerkabend sorgte für einen guten Austausch zwischen den Bankvorständen der Mitgliedsbanken und den hochrangigen Vertretern der Verbände und Verbundpartner.
Die nächste Mitgliederversammlung findet am 3. März 2027 in Fulda statt. Wie in den letzten Jahren können die IG Mitgliedern und die Gäste in Fulda neben der Mitgliederversammlung ein spannendes Programm erwarten.




















