Am 1. und 2. Juli 2026 kam der Vorstand der Interessengemeinschaft kleiner und mittlerer Genossenschaftsbanken e.V. zur Vorstandsklausurtagung in der Raiffeisenbank im Grabfeld in Römhild zusammen. Im Mittelpunkt der zweitägigen Beratungen standen zentrale Zukunftsfragen für kleine und mittlere Genossenschaftsbanken, die weitere strategische Ausrichtung der IG sowie konkrete Initiativen zur Stärkung der Mitgliedsbanken innerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe.
Die Klausurtagung bot den Rahmen für einen intensiven Austausch zu aktuellen Entwicklungen im Verbund, zu regulatorischen und technologischen Herausforderungen sowie zu möglichen Kooperations- und Unterstützungsangeboten für die IG-Mitgliedsbanken.
Der Geschäftsführer Adolf Limmer präsentierte den IG Vorstandsmitgliedern die aktuellen Mitgliederzahlen. 305 kleine und mittlere Genossenschaftsbanken sind aktuell Mitglied der IG. Somit sind fast 50 % aller Volksbanken und Raiffeisenbanken in Deutschland Mitglied der Interessengemeinschaft. Einstimmig wurde der Beschluss gefasst, die Volksbank Braunlage eG als weiteres, neues Mitglied aufzunehmen.
Bundessprecher und Stellvertreter einstimmig wiedergewählt
Ein wichtiger Tagesordnungspunkt der Klausurtagung waren personelle Entscheidungen im IG-Vorstand. Die IG-Vorstandsmitglieder wählten den Bundessprecher Hendrik Freund sowie die beiden stellvertretenden Bundessprecher Markus Urban und Jörg Porsche einstimmig für weitere drei Jahre wieder.
Darüber hinaus wurde Michael Götte einstimmig neu in den IG-Vorstand kooptiert. Er wird künftig Jörg Porsche in der Regionalvertretung unterstützen. Mit dieser Entscheidung stärkt die IG ihre regionale Verankerung im Bereich des GV West und stellt zugleich die kontinuierliche Interessenvertretung ihrer Mitgliedsbanken sicher.
Fast 5.000 Follower auf dem LinkedIn Account der IG
Der Medienbeauftragte der IG, Mathias Gerstner, Informierte die Vorstandsmitglieder darüber, dass inzwischen fast 5.000 Menschen und Institutionen innerhalb und außerhalb der genossenschaftlichen Gruppe dem LinkedIn Account der IG folgen. Zwei bis dreimal die Woche werden die neuesten Themen und Veranstaltungen der IG gepostet. Die erfolgreichsten Posts werden von bis zu 13.000 Personen gelesen. Neben dem klassischen E-Mail ist der LinkedIn Account das wichtigste Kommunikationsmedium zu den Mitgliedern.
Strategische Arbeitsgruppen nehmen zentrale Zukunftsfragen auf
Ein Schwerpunkt der Klausurtagung lag auf der Weiterentwicklung der inhaltlichen Arbeit innerhalb des IG-Vorstands. Dazu wurden mehrere Arbeitsgruppen konkretisiert, die sich mit zentralen Themen für kleine und mittlere Genossenschaftsbanken befassen.
Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Frage, welche unterschiedlichen Anforderungen sich aus verschiedenen Bankgrößen, Geschäftsmodellen und Organisationsstrukturen ergeben. Ziel ist es, die spezifischen Mehrwerte kleiner und mittlerer Banken klarer herauszuarbeiten und daraus konkrete Handlungsempfehlungen sowie mögliche Zielkriterien abzuleiten.
Weitere Arbeitsgruppen befassen sich mit den Themen Atruvia-Pricing sowie Prüfungseffizienz. Dabei geht es unter anderem darum, bestehende Herausforderungen transparent zu analysieren, mögliche Verbesserungsansätze zu entwickeln und die Erwartungen der kleinen und mittleren Genossenschaftsbanken gegenüber Verbundpartnern klar zu formulieren.
Aktuelle Verbundthemen und Digitalisierung intensiv diskutiert
Auch aktuelle Entwicklungen rund um Atruvia, digitale Angebote, Künstliche Intelligenz und neue Plattformmodelle waren Gegenstand der Beratungen. Der IG-Vorstand tauschte sich unter anderem über Preismodelle, technologische Angebote, mögliche KI-Anwendungen und den Nutzen digitaler Lösungen für kleine und mittlere Institute aus.
Dabei wurde deutlich, dass die IG auch künftig eine aktive Rolle einnehmen möchte, wenn es darum geht, die Perspektive ihrer Mitgliedsbanken in den Dialog mit Verbundpartnern einzubringen. Im Mittelpunkt steht dabei stets die Frage, ob neue Lösungen für kleine und mittlere Genossenschaftsbanken einen klar erkennbaren, wirtschaftlich tragfähigen und praxisnahen Mehrwert bieten.
Prüfungseffizienz bleibt ein zentrales Anliegen
Ein weiteres wichtiges Thema war die Effizienz von Prüfungsprozessen. Die IG wird hierzu den Austausch mit den Prüfungsverbänden weiter vorbereiten und die Rückmeldungen aus dem Kreis der Mitgliedsbanken bündeln.
Ziel ist es, Potenziale zur Entlastung der Institute zu identifizieren, Prüfungsfelder sinnvoll zu clustern und die Erwartungen der IG-Mitgliedsbanken strukturiert in die Gespräche einzubringen. Gerade für kleine und mittlere Genossenschaftsbanken ist eine angemessene Balance zwischen regulatorischer Qualität, Prüfungsintensität und Ressourceneinsatz von hoher Bedeutung.
Positionierung zu aktuellen Marktentwicklungen
Der IG-Vorstand befasste sich zudem mit aktuellen Markt- und Wettbewerbsentwicklungen innerhalb und außerhalb der genossenschaftlichen Finanzwelt. Diskutiert wurden unter anderem neue digitale Angebote, Fragen der Kundengewinnung, mögliche Auswirkungen zentraler Plattformlösungen sowie die Rolle der Primärbanken vor Ort.
Die IG sieht es als eine ihrer zentralen Aufgaben, Entwicklungen frühzeitig zu analysieren, mögliche Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle kleiner und mittlerer Genossenschaftsbanken zu bewerten und die Interessen ihrer Mitglieder klar in die Verbunddiskussion einzubringen.
Zusammenarbeit mit Verbundpartnern im Blick
Im Rahmen der Klausurtagung wurden auch verschiedene Kooperations- und Gesprächsformate mit Verbundpartnern besprochen. Dazu zählen unter anderem der Austausch mit der ADG, die Weiterentwicklung bestehender Veranstaltungsformate sowie mögliche Sonderkonditionen und Unterstützungsangebote für IG-Mitgliedsbanken.
Bei allen Kooperationen legt die IG großen Wert darauf, dass die Angebote einen echten Nutzen für die Mitgliedsbanken schaffen und bestehende Kunden nicht gegenüber Neukunden benachteiligt werden. Diese Leitplanken sollen auch künftig Grundlage für Gespräche mit Partnern und Dienstleistern sein.
Klausurtagungen und Mitgliederversammlung langfristig geplant
Neben den inhaltlichen Beratungen standen auch organisatorische Fragen auf der Agenda. Der IG-Vorstand befasste sich mit der Planung kommender Klausurtagungen und Mitgliederversammlungen. Für die nächste Mitgliederversammlung am 3. März 2026 wurde das Thema Digitalisierung und KI als Schwerpunktthema gesetzt. Für das Jahr 2027 sind weiterhin regelmäßige Klausurtagungen für die Vorstandsmitglieder der IG vorgesehen, unter anderem im Anschluss an die Mitgliederversammlung am 4. und 5. März 2027 in Fuld,+a, sowie bei verschiedenen Verbundpartnern und IG-Vorstandsbanken.
Auch die Mitgliederversammlung und Klausurtagung im Jahr 2028 wurden bereits perspektivisch in den Blick genommen. Als möglicher Zeitraum wurde der März 2028 angepeilt.
Austausch, Orientierung und konkrete nächste Schritte
Die Vorstandsklausurtagung in Römhild machte deutlich, wie vielfältig die Themen sind, mit denen sich kleine und mittlere Genossenschaftsbanken derzeit befassen müssen. Regulatorik, Digitalisierung, Kostenstrukturen, zentrale Verbundprojekte, neue Wettbewerber und die Frage tragfähiger Geschäftsmodelle standen im Mittelpunkt der intensiven Beratungen.
Der IG-Vorstand wird die Ergebnisse der Klausur nun in den kommenden Wochen weiter aufbereiten und in konkrete Gespräche, Arbeitsgruppen und Mitgliederinformationen überführen.
Bundessprecher Hendrik Freund betonte im Rahmen der Klausur die Bedeutung des gemeinsamen Dialogs:
„Kleine und mittlere Genossenschaftsbanken brauchen eine starke Stimme im Verbund. Die Klausurtagung hat gezeigt, dass wir als IG viele Zukunftsthemen sehr konkret und lösungsorientiert bearbeiten. Unser Ziel bleibt es, die Interessen unserer Mitgliedsbanken klar zu vertreten und zugleich konstruktiv an tragfähigen Lösungen für die genossenschaftliche FinanzGruppe mitzuwirken.“
Die Interessengemeinschaft kleiner und mittlerer Genossenschaftsbanken e.V. dankt der Raiffeisenbank im Grabfeld für die Gastfreundschaft und den hervorragenden Rahmen der Vorstandsklausurtagung in Römhild.

