Mit der Gründung der Interessengemeinschaft wurde ein Netzwerk geschaffen, durch das die Interessen speziell der kleinen und mittleren Genossenschaftsbanken gebündelt werden und welches es möglich macht, die genossenschaftliche Demokratie einfacher zu praktizieren.

Es zeigt sich, dass die Interessengemeinschaft immer mehr akzeptiert und respektiert wird.

Viele Dinge wurden angestoßen, viele Themen wurden behandelt. Nachfolgend eine Übersicht über die Erfolge, die wir durch unser Engagement verzeichnen können.
 

Aufsichtsrecht als Existenzbedrohung

Nicht erst seit der Finanzkrise wird das Bankenaufsichtsrecht mit einer stetig zunehmenden Geschwindigkeit fortentwickelt – und das zumeist mit Blick auf die Risikostrukturen und Gegebenheiten in international tätigen Großbanken.

Anzahl und Frequenz neuer Regelungen stellen insbesondere kleine und mittlere Genossenschaftsbanken angesichts deren begrenzter Kapazitäten vor große Herausforderungen – bis hin zur Überforderung.

Überzogene Aufsichtsregeln bedrohen daher die wirtschaftlich gerechtfertigte Existenz kleiner und mittlerer Genossenschaftsbanken. Solche strukturpolitischen Auswirkungen des Aufsichtsrechts sind jedoch weder sinnvoll noch akzeptabel.


Regulierung mit Augenmaß


Gerade weil sich das einfache, bodenständige und risikoarme Geschäftsmodell kleiner und mittlerer Genossenschaftsbanken auch in der Finanzkrise bewährt hat, richtet sich das Interesse der IG-Mitgliedsbanken auf eine Aufsicht mit Augenmaß.

Wir fordern von Gesetzgeber und Aufsichtsinstitutionen keine mitleidige Rücksichtnahme auf unsere Größenordnung, sondern eine unseren einfachen Strukturen angemessene Behandlung in Aufsichtsrecht und Prüfungspraxis.

Daher setzen wir uns bei der Aufsicht für eine risikoorientierte Gestaltung, Auslegung und Anwendung der Bankenregulierung ein – nicht zur Schonung unserer Mitglieder, sondern zur Stärkung des gesamten genossenschaftlichen Verbundes.


B
asel III


Stabile Banken liegen im Interesse aller – aber besonders der soliden und gut geführten Institute. Daher werden die erhöhten Kapitalanforderungen von den IG-Mitgliedern sachlich akzeptiert – und zumeist schon heute problemlos erfüllt.

Unakzeptabel ist es hingegen, wenn in der Praxis bewährte rechtsformspezifische Kapitalteile wie Geschäftsguthaben nur noch unter erschwerten bürokratischen Zusatzbedingungen oder gar nicht mehr als Eigenmittel anerkannt werden. Ebenso fragwürdig ist es, Erträge aus der langjährig geübten Praxis einer bewussten und umsichtigen Fristentransformation mittels neuartiger Liquiditätskennziffern quasi durch die Hintertür einzuschränken, solange die Risikotragfähigkeit gegeben ist.


MaRisk

Die Novellierungsschlagzahl bei den noch vergleichsweise jungen MaRisk hat diejenige des KWG längst überholt. Ständig neue Regelungen und Auslegungen schaffen Unsicherheit in Praxis und Prüfung und sind für das überwiegend überschaubare Risikoprofil gerade der IG-Mitgliedsbanken oftmals klar überdimensioniert.


Meldewesen


Umfang und Frequenz kreditwesenrechtlicher sowie bankaufsichtlicher Meldungen haben lange schon die Zumutbarkeitsgrenze überschritten – sie sollen aber trotzdem nochmals erheblich ausgeweitet werden. Eine Beschränkung auf wirklich aufsichtlich relevante Informationen sowie eine engere Verzahnung der Informationen zwischen Prüfungsinstanzen und der Aufsicht würden jede Bank entlasten – besonders aber natürlich die hierunter besonders leidenden kleinen und mittleren Primärbanken.


Gesprächskreis bei der BaFin

Die oben beschriebenen Positionen und Interessen unserer Mitglieder bringen wir in einem Gesprächskreis bei der BaFin regelmäßig und konsequent ein. So nehmen wir nicht nur unmittelbaren Einfluss auf Aufsichtsrecht und Aufsichtshandeln, sondern schaffen gerade bei der Bankenaufsicht ein besseres Verständnis für die reale Situation und die wohlverstandenen berechtigten Interessen unserer Mitglieder.

 

Angemessene Repräsentation

Die IG setzt sich für eine ausgewogene Besetzung der Gremien im Verbund ein, um die Größenstruktur der Primärbanken gemäß dem genossenschaftlichen Demokratieprinzip „eine Bank – eine Stimme" angemessen zu repräsentieren.


Unserem Selbstverständnis entsprechend arbeiten wir an diesem Ziel gemeinsam mit den Betroffenen: Die BVR-Fachräte werden durch die Protokolle der Klausurtagungen des Koordinierungsteams informiert.

Abbau von Bürokratie

Der Abbau unnötiger Regelungen, die Reduzierung überzogener Anforderungen und die Verbesserung von Information und Kommunikation zwischen Banken und Verbund sowie Verbundinstituten ist aus Sicht der IG-Mitgliedsbanken ebenso offensichtlich möglich wie dringend geraten.

Konkret arbeitet die IG daher an folgenden Zielen:

  •  Erarbeitung einheitlich strukturierter, auf die Bedürfnisse unserer Mitglieder zugeschnittener und mit denPrüfungsverbänden abgestimmter Arbeitsanweisungen und Vorgänge der Rechenzentralen
  •  Schaffung klarer Beratungszuständigkeiten und Gestaltung einer kundenorientierten Beratungsorganisation bei denVerbänden mit dem Ziel einer erhöhten Bedarfsorientierung in der Beratungspraxis
  •  Schaffung klarer Prüfungszuständigkeiten und Gestaltung einer kundenorientierten Prüfungsorganisationen bei den Verbänden mit dem Ziel eines sachlich angemessenen inhaltlichen und zeitlichen Prüfungsvorgehens
  •  Sachgerechte Reduzierung des Umfangs von Prüfungsbericht und Prüfungshandlungen im Hinblick auf Größe und Risikostruktur des jeweiligen Instituts

Verbesserung der Kommunikation

Zur Vereinfachung des fachlichen Miteinanders und zur Verfolgung der obigen Ziele wünscht sich die IG bei den Regionalverbänden, den Rechenzentralen und den Verbundunternehmen kompetente Ansprechpartner für die Belange der IG-Mitgliedsbanken analog der Beraterzuordnung bei Banken.