Reinhard Stahl ist Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Bad Kötzting eG. Das Geschäftsgebiet der erfolgreichen Bank mit einer Bilanzsumme von 290 Mio. Euro liegt mitten in der Urlaubsregion Bayerischer Wald.
Der Medienbeauftragte der IG, Mathias Gerstner, führte nach der Wiederwahl ein Interview mit Reinhard Stahl.
Reinhard, zunächst Herzlichen Glückwünsch zu deiner Wiederwahl als IG-Regionalvertreter für den Bereich des GVB Nord. Du hast alle Stimmen der Mitgliedsbanken aus dem Bereich des GVB Nord erhalten. Nun kannst du dich in einer weiteren Periode in der IG und für unsere kleinen und mittleren Genossenschaftsbanken einbringen.
Seit wann bist du als Regionalsprecher der IG tätig?
Reinhard Stahl:
Ich bin seit mittlerweile fast sechs Jahre als Regionalvertreter der IG tätig. In dieser Zeit konnte ich viele Anliegen kleiner und mittlerer Genossenschaftsbanken in die Diskussionen innerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe einbringen und wichtige Impulse aus der Praxis weitergeben.
Die Bundessprecher und die Regionalvertreter der IG haben sich verschiedene Fachgebiete zugeordnet. Was sind die fachlichen Schwerpunktthemen für dich in der IG?
Reinhard Stahl:
Da ich Mitglied im Gesprächskreis kleiner Banken bei der BaFin bin, ist das Aufsichtsrecht natürlich einer meiner zentralen Schwerpunkte. Darüber hinaus befasse ich mich intensiv mit Themen rund um parcIT, Ratiodata, ZAM und FORUM. Gerade in diesen Bereichen ist es wichtig, die Interessen kleiner und mittlerer Institute frühzeitig einzubringen.
Die kleinen und mittleren Genossenschaftsbanken stehen vor zahlreichen Herausforderungen – von Regulierung und Bürokratie bis hin zu Digitalisierung und steigenden Anforderungen der Aufsicht. Wo siehst du aktuell den größten Handlungsbedarf?
Reinhard Stahl:
Einen wesentlichen Handlungsbedarf sehe ich in einer deutlich stärkeren Automatisierung unserer Prozessketten. Gleichzeitig benötigen unsere Berater eine bessere IT-Unterstützung bei der Analyse von Kundenbedürfnissen, um eine zielgerichtete und qualitativ hochwertige Beratung gewährleisten zu können. Darüber hinaus sollten wir die Bürokratie innerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe konsequent abbauen und Prozesse vereinfachen.
Die Interessengemeinschaft versteht sich als starke Stimme der kleinen und mittleren Genossenschaftsbanken. Was möchtest du in den kommenden drei Jahren konkret erreichen, um die Interessen der Mitgliedsbanken noch stärker zu vertreten?
Reinhard Stahl:
Ob hierfür drei Jahre ausreichen, wird sich zeigen. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass wir in vielen Bereichen stärker auf die unterschiedlichen Geschäftsmodelle unserer Banken schauen. Kleine und mittlere Institute verfügen in der Regel über deutlich weniger komplexe Strukturen als größere Häuser. Die aktuellen MaRisk berücksichtigen diesen Grundsatz bereits stärker. Nun ist es wichtig, dass auch die verschiedenen Akteure innerhalb des Verbundes diese Differenzierung konsequent in den Fokus nehmen. Zudem würde ich mir wünschen, dass noch mehr Kolleginnen und Kollegen in mittelgroßen Genossenschaftsbanken erkennen, welchen konkreten Mehrwert die IG für ihre tägliche Arbeit bietet.
Neben dem BVR in Berlin gibt es noch 4 Regionalverbände in Deutschland, welche die Genossenschaften vertreten. Was kann eine IG besser oder anders?
Reinhard Stahl:
Wir sind Praktiker mit unmittelbarem Kontakt zu unseren Kunden und den täglichen Herausforderungen in den Banken. Es macht einen Unterschied, ob man die Bedürfnisse der Kunden, die Auswirkungen regulatorischer Anforderungen und die Funktionsweise von Prozessen aus eigener Erfahrung kennt oder diese Themen überwiegend aus theoretischer Sicht betrachtet. Genau diese Praxisnähe ist die besondere Stärke der IG. Mehr Praxisorientierung würde vielen Entscheidungen und Projekten innerhalb des Verbundes gut tun.
In diesem Jahr kann die IG auf eine 22-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Glaubst du, dass die IG in Zukunft noch benötigt wird?
Reinhard Stahl:
Davon bin ich überzeugt. Gerade in einer Zeit zunehmender Regulierung, steigender Anforderungen und immer komplexerer Strukturen braucht es weiterhin ein Sprachrohr aus der Praxis. Die IG gibt kleinen und mittleren Genossenschaftsbanken eine starke Stimme und sorgt dafür, dass deren Interessen und Erfahrungen in wichtige Entscheidungen einfließen.
Matthias, vielen Dank für das Gespräch.
Reinhard Stahl:
Sehr gerne. Vielen Dank für das Gespräch und das Vertrauen der Mitgliedsbanken. Ich freue mich darauf, mich auch in den kommenden Jahren für die Interessen unserer kleinen und mittleren Genossenschaftsbanken einzusetzen.

