Die Volksbank Schermbeck war vor 22 Jahren eine der 21 Gründungsbanken unserer Interessengemeinschaft kleiner und mittlerer Genossenschaftsbanken und ist somit seit Beginn an Mitglied der IG. Heute wird die erfolgreiche Volksbank mit einer Bilanzsumme von 822 Mio. Euro von Stefan Korte und Norbert Scholtholt geführt. Die Gemeinde Schermbeck liegt zwischen Niederrhein, Ruhrgebiet und Münsterland. 95 engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagierten sich tätlich für die 16.700 Kundinnen und Kunden in der Region. Unser Medienbeauftragter, Mathias Gerstner, führte ein Gespräch mit den beiden Vorstandsmitgliedern.
Was denken Sie, Herr Korte, hat Ihre Vorgänger in der Bank damals bewogen, diesen Weg mitzugehen – und warum ist die Mitgliedschaft auch heute noch wichtig?
Die Gründung der Interessengemeinschaft kleiner und mittlerer Genossenschaftsbanken im Jahr 2004 war für viele Häuser eine konsequente Antwort auf die damals wie heute bestehenden Herausforderungen. Unsere Vorgänger erkannten früh, dass gerade kleinere Banken ihre Interessen und Anliegen gebündelt besser vertreten können. Die Mitgliedschaft in der IG bietet die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und sich als starke Gemeinschaft gegenüber Politik und anderen Institutionen zu positionieren. Auch heute ist das Netzwerk enorm wichtig, denn die Herausforderungen – ob Regulatorik, Digitalisierung oder der Wettbewerb mit großen Banken – sind aktueller denn je. Die IG verschafft uns eine Stimme und sorgt dafür, dass die Belange kleiner Banken nicht untergehen.
Herr Scholtholt, wo sehen Sie die besonderen Stärken kleiner Banken im Wettbewerb der Zukunft?
Kleine und mittlere Genossenschaftsbanken bringen einige entscheidende Stärken mit: Allen voran ihre Nähe zu den Menschen, die persönliche Beratung und das Verständnis für regionale Besonderheiten. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Teil der Region, kennen die Kunden meist seit Jahren und können individuell auf deren Wünsche eingehen. Diese Verwurzelung spiegelt sich im Vertrauen wider, das uns entgegengebracht wird. Zudem sind wir flexibel und können schnell auf Veränderungen reagieren – was angesichts sich ständig wandelnder Anforderungen von großem Vorteil ist. Gerade diese Kombination aus Nähe und Flexibilität macht kleine Banken zukunftsfähig.
Herr Korte – Welche konkreten Vorteile bringt die IG ihren Mitgliedsinstituten, insbesondere für Häuser mit regionaler Verwurzelung wie die Volksbank Schermbeck?
Die IG ist für uns eine Plattform, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten und uns gegenseitig zu unterstützen. Durch den Austausch entstehen praxisnahe Ansätze, die im Alltag direkt umgesetzt werden können. Gerade die regional verankerten Häuser profitieren von Best-Practice-Beispielen und partnerschaftlichen Beratungen. Darüber hinaus setzt sich die IG auf politischer Ebene dafür ein, dass die Rahmenbedingungen für kleine Banken verbessert werden und wir auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben können. Ein gutes Beispiel sind die reduzierten Vorgaben für Stresstests oder das vereinfachte Berichtswesen, welche jetzt für kleinere Institute gelten. Gerade in unserem kleinteiligen, diversifizierten deutschen Bankenmarkt profitieren wohl drei Viertel der regionalen Banken davon.
Herr Scholtholt – Welche Themen und Unterstützungsleistungen sind aus Ihrer Sicht heute besonders entscheidend, damit kleinere Institute auch künftig erfolgreich bleiben können?
Aktuell sind Themen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und regulatorische Entlastung besonders wichtig. Die IG hilft uns, diesen Wandel aktiv mitzugestalten – zum Beispiel durch den Austausch von Erfahrungen im digitalen Bereich. Hier bewerten wir die Austauschrunden und Webinare als besonders hilfreich. Auch die Förderung der Zusammenarbeit und der Weiterbildung in unseren Teams spielt eine große Rolle. In all diesen Bereichen unterstützen uns die Leistungen der IG, um weiterhin als mittelgroße Volksbank erfolgreich zu bleiben. Da passt das Zitat von Raiffeisen wieder genau: „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele.“
Herr Korte – Zukunftsperspektiven: Wie sehen Sie die nächsten zehn Jahre und welche Rolle wird dabei die Zusammenarbeit innerhalb der Interessengemeinschaft spielen?
Ich bin zuversichtlich, dass kleine und mittlere Genossenschaftsbanken auch in den kommenden Jahren eine wesentliche Rolle für die regionale Wirtschaft und die Menschen vor Ort spielen werden. Voraussetzung ist jedoch, dass wir gemeinsam unsere Stärken bewahren und den Wandel aktiv gestalten. Die Zusammenarbeit in der IG wird dabei noch wichtiger werden: Sie bietet uns Möglichkeiten zur Vernetzung, zur Entwicklung innovativer Lösungen und zur Unterstützung bei immer komplexer werdenden Rahmenbedingungen. Gemeinsam sind wir stärker – davon bin ich überzeugt.
Zusatzfrage: Was zeichnet die Volksbank Schermbeck aus, oder was sind die Besonderheiten Ihres Hauses?
Die Volksbank Schermbeck steht für regionale Nähe, persönliche Beratung und kurze Wege. Wir kennen unsere Mitglieder und Kunden – und sie kennen uns. Das Miteinander, der vertrauensvolle Umgang und die Förderung regionaler Projekte zeichnen uns aus. Als Genossenschaftsbank ist uns das Prinzip der Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Solidarität besonders wichtig. Unser Haus verbindet Tradition und Innovation mit einer starken Nähe zum Kunden – und das macht uns besonders

